14.09.2019

Neun neue Azubis für den besten Beruf der Welt

Frankfurt (Oder). Die Verträge sind unterzeichnet: Kurz vor Ausbildungsbeginn haben die neuen Azubis des AWO Bezirksverbandes Brandenburg Ost e. V. ihre Lehrverträge unterschrieben – im feierlichen Rahmen.

 


 

Würde Harmid Raissklit noch in seinem Heimatland leben, hätte er vermutlich längst sein Medizinstudium aufgenommen. In Afghanistan aber herrscht Krieg. Harmid flüchtet, um Frieden zu finden, vor dreieinhalb Jahren nach Deutschland und lebt seit dem – erst in der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt, später dann in der Gemeinschaftsunterkunft in Kunersdorf. So kam er in Seelow mit dem ambulanten Pflegedienst des AWO Kreisverbandes in Kontakt und absolvierte dort ein Praktikum. Harmids Deutsch ist inzwischen nahezu perfekt, sein Ehrgeiz ungebrochen. „In Deutschland Medizin zu studieren“, sagt er, „ist für mich aufgrund der Sprache aber weiter schwierig.“ Deshalb strebt er nun zunächst eine Ausbildung als Altenpfleger an. Betreuung, Pflege, der Kontakt zu anderen Menschen – egal ob jung oder alt - sei ihm wichtig und interessiere ihn sehr. Harmid freut sich auf seine Ausbildung. Im Seelower AWO-Seniorenzentrum „Anne Frank“ wird er sie absolvieren.

 

Zusammen mit Harmid beginnen acht weitere Azubis  in diesem Jahr ihre Altenpfleger-Ausbildung beim AWO Bezirksverband Brandenburg Ost e. V., verteilt auf die Standorte Strausberg, Eggersdorf, Seelow, Wendisch Rietz und Frankfurt (Oder). Kürzlich haben sie im feierlichen Rahmen ihre Verträge unterzeichnet.

 

Kati Karney, Geschäftsführender Vorstand, versicherte den jungen Leuten, dass sie sich für den „tollsten Beruf der Welt“ entschieden hätten. „Denn: Sie arbeiten künftig mit Menschen. Und diese brauchen mitunter mehr als pünktlich ihre Medizin – nämlich Wärme und Geborgenheit.“ Sie sei stolz auf die künftigen Azubis, dass sie sich für den Beruf entschieden hätten und wünschte den sieben Frauen und zwei Männern jederzeit ein offenes Herz, Begeisterungsfähigkeit und Mut. 

 

Zu den Gratulanten gehörten neben den Einrichtungsleitern oder ihren Vertretern auch Gregor Weiß von der Ausbildungsschule SOWI in Strausberg und Jacqueline Böttcher von der Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe in Eisenhüttenstadt. Beide versicherten, dass sie den neuen Azubis bei jeder Begegnung das Gefühl geben würden, die richtige Berufswahl getroffen zu haben.