21.05.2019

Gute Nachbarn, gutes Quartier

Angermünde. Die Fanfaren schmetterten zum Morgengruß, die Nachbarn kamen in Scharen: Wenn ein ganzes Haus in Feierlaune ist, steckt das an – über Generationen hinweg. Das erste Nachbarschaftsfest im Seniorenzentrum „Am Stadtwall“ ist der beste Beweis.

 


Die Feier sollte eigentlich den Auftakt bilden für ein neues Projekt, das gerade in Angermünde startet. Es geht darum, das Quartier in dem sich das Haus befindet mit vielen Akteuren gemeinsam zu entwickeln, sich als Nachbarn zu helfen und beizustehen und mehrere Generationen in die Quartiersentwicklung einzubeziehen. Am Ende wurde das Fest jedoch viel mehr: Es wurde ein Fest unter Freunden – mit Schlagsahne und Torte, mit etlichen herzlichen Momenten.

 

Zu verdanken ist der gelungene Auftakt einem großen Pflegeteam, allen voran AWO-Einrichtungsleiterin Karola Welke. Seit Tagen waren viele helfende Hände am Stühle rücken, Tische schmücken, kochen, backen, aufbauen, herrichten. Der Aufwand lohnte: Beim ersten Nachbarschaftsfest wurde gelacht, geschunkelt, mit dem Angermünder Stadtchor Volkslieder angestimmt. Es wurde Eis an Kinder ausgeschenkt und Sekt an Erwachsene. Es wurde beraten und informiert. Neben der Johanniter Unfallhilfe waren Partner wie der Uckermärkische Hospizverein vor Ort, die Sanitätshäuser Köppe und Fuchs, Pflegeberaterinnen und Kathrin Kambor von der Fachstelle Altern und Pflege im Quartier. Pfarrer Johnson hielt eine kurze Andacht, Max Victor las aus seinem Buch „UckerRusse“. Der Stadtseniorenbeirat überbrachte sein Grußwort ebenso wie Stefan Zirke, SPD-Politiker und Mitglied des Bundestages.

 

Eröffnet wurde das Nachbarschaftsfest unterdessen von Kati Karney, Geschäftsführender Vorstand des AWO Bezirksverbandes Brandenburg Ost e.V.. Sie ging in ihrem Grußwort auf den Begriff „Heimat“ ein, der in den meisten Fällen eine Beziehung zwischen Mensch und Raum beziehungsweise ein Territorium darstellt. „Seit 1991 befindet sich die Einrichtung ‚Am Stadtwall‘ in AWO-Trägerschaft“, erinnerte Kati Karney. „Seitdem stehen wir miteinander, beieinander.“ Das solle so bleiben und mit dem Quartiersprojekt weiter ausgefüllt werden. „Die Bewohner und Mitarbeiter unserer Einrichtung haben gute, vertraute Partner in ihrer unmittelbaren Nähe, Familienangehörige und Nachbarn. Mit dem Fest heute wollen wir diese Beziehungen und Freundschaften leben. Wir wollen Danke sagen –  für die täglichen kleineren und größeren Hilfen.“

 

Etliche Nachbarn nutzten die Möglichkeit der Begegnung – nicht nur zum Feiern, sondern auch um sich besser kennenzulernen und mehr über die Quartiersentwicklung zu erfahren. Dichtes Gedränge herrschte etwa an der „Ideenbörse“. Dort ging es darum herauszufinden, was im Wohngebiet schon gut genutzt wird und was auf der anderen Seite fehlt. Wie Anonymität aufgebrochen werden kann und welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, dass die Quartiersbewohner möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben können.

 

Immer wieder fiel das Wort der Teilhabe an diesem besonderen Tag, Kooperation. Wie sich beides miteinander verbinden lässt, wird sich in Zukunft in Angermünde „Am Stadtwall“ zeigen. Denn die Quartiersentwicklung geht weiter. Das Ziel dahinter: Selbstständiges Leben im vertrauten Wohnumfeld auch im hohen Alter zu erhalten.

More in this category: « Pflege in Not in Brandenburg